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Umbruch in Brandenburg Drucken
Seit einigen Jahren findet in Brandenburg ein Umbruch in der ambulanten medizinischen Versorgung statt. Viele etablierte Allgemeinmediziner gingen oder gehen in den nächsten Jahren in den Ruhestand. Eine große Chance für Medizinerinnen und Mediziner den Berufswunsch zu verwirklichen und eine Praxis zu übernehmen oder neu aufzubauen. Hier berichten Ärztinnen und Ärzte die in den letzten Jahren diesen Schritt gemacht haben.

 
«Meine Patienten sind zwischen 0 bis 102 Jahre alt.» Drucken
Ein Interview mit Univ.-Prof. Dr. med. Ulrich Schwantes
Facharzt für Allgemeinmedizin in Schwante.

Als Ulrich Schwantes in 1998 nach Berlin zog, um gemeinsam mit seiner Kollegin den Lehrstuhl für Allgemeinmedizin an der Charité aufzubauen, wollte er unbedingt auch weiterhin als Hausarzt tätig sein. Zunächst eröffnete er eine Praxis in Berlin. Keine fünf Jahre später entschied er sich, die Türen in Berlin zu schließen und seine Praxis vor den Toren Berlins aufzumachen. In Schwante, nord-östlich von Berlin, sah Univ. Prof. Dr. med. Schwantes die Möglichkeit, seine Vorstellung vom Hausarztberuf um zu setzen.

 
»Ich möchte Patienten über eine längere Zeit hinweg begleiten« Drucken
Ein Interview mit Karsten Knoop
Arzt in Weiterbildung für die Fachrichtung Innere und Allgemeinmedizin

Karsten Knoop hat im November 2006 sein Studium der Medizin in Berlin abgeschlossen. Seit dem 1. Januar 2007 arbeitet er in der Median Klinik Grünheide, östlich von Berlin.
Ich bin in Hamburg aufgewachsen und habe in Berlin studiert. Nach so viel Großstadtleben habe ich Lust auf mehr Natur, auch wenn ich die Nähe zu Berlin vorerst nicht missen möchte. In meinen Augen kann man als Arzt auf dem Land ein viel breiteres Spektrum bearbeiten, die Herausforderungen sind vielseitiger. In Großstädten wie Berlin müssen die Krankenhäuser sich ihre Nische suchen um gegen die Konkurrenz 500 Meter weiter bestehen zu können. Und auch wenn eine Spezialisierung in einem Fachbereich reizvoll ist, finde ich das Berufsbild des Hausarztes spannender. Man wird mit dem Alltag der Patienten konfrontiert, ist für sie die wichtigste Anlaufstelle und begleitet sie und ihre Familien über eine lange Zeit.
 
»Entfernungen entstehen im Kopf« Drucken
Ein Interview mit Dr. med. Frank Gogolin
Facharzt für Innere Medizin in Elsterwerda

Herr Dr. Frank Gogolin hat sich im Januar 2005 in Elsterwerda als Hausarzt niedergelassen. Der gebürtige Dortmunder war lange Jahre als Oberarzt im Krankenhaus tätig. Den Entschluss zur beruflichen Umorientierung hat er bis heute nicht bereut.
Die grundsätzliche Entscheidung für eine Tätigkeit als niedergelassener Arzt ist schon in Düsseldorf gefallen. Meine Frau und ich haben die vorhandene Umbruchstimmung genutzt und lange darüber diskutiert, wo wir hinziehen würden. Die Tatsache, dass sie beruflich viel unterwegs ist, hat die Entscheidung durchaus erleichtert. Wir hatten natürlich schon erfahren, dass es gerade in den neuen Bundesländern viele freie Arztsitze gibt und wollten dorthin gehen, wo Ärzte wirklich gebraucht werden. Wir haben uns dann für Elsterwerda entschieden.
 
»Der Brandenburger Menschenschlag liegt mir nahe« Drucken
Ein Interview mit Dr. med. Tatjana Holz
Fachärztin für Allgemeinmedizin in Schönwalde Glien/OT Pausin

Reiterhof in PausinDr. Tatjana Holz hat im April 2004 die Hausarztpraxis in Pausin, nord-westlich von Berlin übernommen. Diese Entscheidung würde sie auch heute noch mal treffen. Die geborene Berlinerin zog es kurzfristig nach Bayern, sie stellte dann aber fest, dass der Brandenburger Menschenschlag ihr doch näher lag.

Gerade als Hausarzt ist es wichtig, dass man einen guten Bezug zu seinen Patienten hat. Die Brandenburger und Berliner sind mir einfach vertrauter. Ich habe meine Weiterbildung u.a. in Gransee und Templin absolviert. Der Vorteil ist, dass man in kleinen Krankenhäusern fachübergreifend lernt und vielfältig eingesetzt wird. Nach der Facharztweiterbildung bot sich die Gelegenheit in Pausin, das 800 Einwohner hat, die Praxis zu übernehmen. Ich wollte lieber auf dem Lande praktizieren als in der Großstadt. Für mich ist es wichtig, dass ich hier in der Nähe von meiner Familie und meinen Freunden bin.
 

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